Du trainierst zwei- bis dreimal pro Woche im Verein, ziehst deine Bahnen und gibst alles. Doch beim nächsten 70.3 zeigt die Uhr wieder die gleiche Zeit wie im Vorjahr. Kommt dir das bekannt vor?
Es gibt fünf Hauptgründe, warum viele Triathleten auf der Stelle treten. Die gute Nachricht: Sie sind einfach zu verstehen und noch einfacher zu korrigieren.
1. Die „Endorphin-Falle“: Immer zu schnell
Der häufigste Fehler ist das Training in der Gruppe, bei dem zu 80 % zu schnell geschwommen wird. Du schwimmst ständig über deinem Breaking Point. Das Ergebnis? Deine Technik bricht zusammen, bevor du sie festigen kannst.
Wie beim Laufen oder Radfahren fehlt dir so das aerobe Fundament – die Ökonomisierung. Ja, du fühlst dich nach dem Training dank der Endorphine super, aber schneller gemacht hat es dich nicht. Du hast lediglich gelernt, dich im Wasser zu erschöpfen, statt zu gleiten.
2. Zu kurze Pausen: Stress statt Kraft
Im Gegensatz zum Laufen oder Radfahren, wo kurze Pausen Sinn ergeben können, braucht das Schwimmtraining (besonders für Triathleten) Raum.
- Die Regel: 80 % deines Trainings sollten über Technik und Kraft definiert sein.
- Stoffwechsel-Schonung: Deine VO2max wird schon beim Laufen und Radfahren genug gefordert. Zerreiße dich nicht auch noch im Becken.
- Qualität vor Hektik: Nutze Widerstandshosen und Paddles in einem Tempo, bei dem du locker im 3er-Zug atmest. Wenn du Intervalle schwimmst, starte erst dann wieder, wenn du wirklich Lust auf die nächste Bahn hast – nicht, weil die Uhr dich stresst. Nur so behältst du die volle Kontrolle über deinen Stil.
3. Kraft gehört ins Studio, nicht nur ins Wasser
Viele machen endlose Technikübungen im Wasser, aber ihnen fehlt die körperliche Basis.
- Core-Training: Du musst deine individuellen Limitationen kennen. 3 × 20 Minuten pro Woche konzentrierte, auf dich zugeschnittene Core-Übungen reichen aus.
- Kraftaufbau: Zweimal pro Woche 30 Minuten gezieltes Krafttraining bringen dich im Wasser weiter als jede zusätzliche „Alibi-Bahn“.
4. Die Angst vor dem Freiwasser
Hand aufs Herz: Wie oft bist du vor deinem ersten Saison-Wettkampf im See? Ein- oder zweimal? Und dann wunderst du dich, warum die Navigation versagt und die Panik aufkommt.
Das Training im offenen Gewässer beginnt Mitte April. Und wenn es anfangs nur fünf Minuten im kalten Wasser sind – es zählt. Die Gewöhnung an die Elemente ist ein Trainingseffekt, den dir kein Hallenbad der Welt bieten kann.
5. Fehlende Video-Analyse (Der blinde Fleck)
Wer nur nach Gefühl schwimmt, schwimmt an der Realität vorbei. Ohne den Blick von außen – oder noch besser eine Video-Analyse im Schwimmkanal – wie willst du sonst wissen was du im Wasser alles so anstellst?
Fazit: Hör auf, härter zu trainieren. Fang an, klüger zu trainieren. Weniger Kampf gegen das Wasser, mehr Arbeit an der Basis. Wenn du wissen willst, wo dein persönlicher Breaking Point liegt, komm bei uns im Kanal vorbei – wir machen deine Fehler sichtbar.
Dein Roy